Die Vorstellung, unter freiem Himmel, fernab von etablierten Campingplätzen, zu übernachten, ist unglaublich...
Biwaksicherheit für Kinder: Für eine sichere Nacht unter den Sternen
1. Reiseplanung: Die Grundlage für Sicherheit
Sorgfältige Planung ist besonders wichtig, wenn Kinder im Spiel sind.
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Wählen Sie den richtigen Platz:
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Legal & Erlaubt: Vergewissern Sie sich immer, dass Biwakieren in Ihrem gewählten Gebiet erlaubt ist (siehe vorherigen Blogbeitrag).
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Erreichbares Gelände: Wählen Sie einen Platz mit relativ ebenem, freiem Boden zum Aufstellen des Zeltes. Vermeiden Sie steile Hänge, instabiles Gelände oder Gebiete, die anfällig für Steinschlag oder Sturzfluten sind.
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Wasserquelle: Suchen Sie eine zuverlässige Wasserquelle in der Nähe, aber zelten Sie mindestens 60 Meter davon entfernt, um die Wasserqualität zu schützen und Tierpfade zu vermeiden.
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Schutz: Suchen Sie nach natürlichen Windschutzmöglichkeiten (z. B. dichte Bäume, große Felsen), aber vermeiden Sie es, direkt unter toten oder verrottenden Bäumen zu zelten.
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Fluchtweg: Achten Sie im Notfall auf einen freien Weg in Sicherheit oder einen Weg.
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Wettercheck (und erneuter Check): Holen Sie sich die genaueste Wettervorhersage für Ihren Standort. Seien Sie darauf vorbereitet, Ihre Reise abzusagen oder einen anderen Plan zu wählen, wenn Unwetter (starker Regen, starker Wind, Gewitter, extreme Kälte) vorhergesagt werden.
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Ausrüstungscheck und -übung:
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Geeignete Schlafausrüstung: Stellen Sie sicher, dass die Schlafsäcke für die niedrigste zu erwartende Temperatur ausgelegt sind. Verwenden Sie isolierte Isomatten. Achten Sie bei sehr kleinen Kindern darauf, dass sie ausreichend warm eingepackt sind.
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Stirnlampen/Leuchten: Jedes Kind sollte eine eigene Stirnlampe mit frischen Batterien dabei haben.
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Erste-Hilfe-Kasten: Packen Sie ein umfassendes, kindergerechtes Set ein, einschließlich Blasenpflaster, Desinfektionstüchern, Schmerzmitteln (in kindgerechter Dosierung) und allen notwendigen persönlichen Medikamenten.
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Kommunikationsgerät: Ein voll aufgeladenes Telefon (mit Offline-Karten) und idealerweise einen Satelliten-Messenger oder PLB für Gebiete ohne Mobilfunkempfang.
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Zelterfahrung: Üben Sie den Zeltaufbau zu Hause. Kinder können mithelfen und ihnen so das Gefühl geben, eingebunden zu sein und Selbstvertrauen zu gewinnen.
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Regeln besprechen: Sprechen Sie vor der Abreise mit Ihren Kindern über die Biwakregeln: In der Nähe des Lagers bleiben, keine Wildtiere berühren, sicher mit Feuer/Kocher umgehen und was zu tun ist, wenn sie Angst bekommen.
2. Am Biwakplatz: Sicherheitsmaßnahmen ergreifen
Sobald Sie an Ihrem gewählten Platz angekommen sind, erhöhen sofortige Maßnahmen die Sicherheit.
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Grenzen festlegen: Legen Sie insbesondere für jüngere Kinder eine klare „Lagerzone“ fest, in der sie bleiben müssen. Diese Markierung kann mit Steinen, Stöcken oder auch nur verbalen Hinweisen erfolgen.
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Zeltaufbau:
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Sicher: Stellen Sie sicher, dass das Zelt straff aufgestellt und sicher mit Heringen befestigt ist, um Wind standzuhalten.
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Keine Gefahren: Entfernen Sie scharfe Steine, Stöcke oder mögliche Stolperfallen aus dem Bereich.
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Optimaler Standort: Stellen Sie das Zelt nicht in der Nähe von möglichen Wasserabflusswegen oder Tierpfaden auf.
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Lebensmittellagerung & Tierkontrolle:
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Sicherheit vor Bären/Tieren: Bewahren Sie in Gebieten mit Bären oder anderen Wildtieren alle Lebensmittel, Duftstoffe (Zahnpasta, Deodorant) und Abfälle in einem Bärenkanister, einem an einem Baum befestigten Bärenbeutel oder in einem gesicherten Fahrzeug auf. Lassen Sie niemals Lebensmittel im oder in der Nähe des Zeltes zurück.
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Keine Lebensmittel im Zelt: Bekräftigen Sie die Regel: Keine Lebensmittel im Zelt, um kleine Tiere nicht anzulocken.
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Sicherheit bei Feuer/Herd:
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Strenge Regeln: Beaufsichtigen Sie den Herd bei der Benutzung immer genau. Stellen Sie sicher, dass das Lagerfeuer auf einer stabilen, freien Fläche steht.
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Keine Lagerfeuer (außer erlaubt und sicher): Wie bereits erwähnt, sind offene Lagerfeuer oft verboten oder unterliegen strengen Auflagen. Wenn erlaubt, halten Sie die Feuer klein, in einer dafür vorgesehenen Grube und stets unter Aufsicht. Richten Sie eine Feuerzone ein, die Kinder verstehen und die sie nicht ohne Begleitung eines Erwachsenen betreten dürfen.
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3. Nachts: Ruhe und Vorbereitung
Die Nacht in der Wildnis kann für Kinder beängstigend sein.
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Trost und Beruhigung: Sprechen Sie über Nachtgeräusche, Sterne und das Abenteuer. Lesen Sie eine Geschichte vor. Ein Lieblingskuscheltier kann helfen.
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Toilettenpausen: Planen Sie nächtliche Toilettengänge ein. Halten Sie Stirnlampen bereit. Begleiten Sie jüngere Kinder.
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Nachsehen: Kontrollieren Sie regelmäßig, ob es warm genug ist und sich wohlfühlt.
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Auf Angst reagieren: Wenn ein Kind Angst bekommt, nehmen Sie seine Gefühle ernst. Versichern Sie ihm, dass Sie in der Nähe und sicher sind. Lenken Sie es mit Geschichten oder Beobachtungen über den Nachthimmel ab.
4. Morgenprotokolle: Keine Spuren hinterlassen
Sicherheit bedeutet auch verantwortungsvolles Packen.
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Keine Spuren hinterlassen: Packen Sie allen Müll (auch menschliche Abfälle) gründlich ein und hinterlassen Sie den Platz sauberer, als Sie ihn vorgefunden haben.
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Endreinigung: Führen Sie eine gründliche Reinigung des Bereichs durch, um sicherzustellen, dass keine Ausrüstung oder Abfälle zurückbleiben.
Biwakieren mit Kindern ist eine tiefgreifende Erfahrung, die Resilienz, Einfallsreichtum und eine tiefe Wertschätzung für die Natur fördert. Indem Sie durch sorgfältige Planung und aufmerksame Aufsicht der Sicherheit höchste Priorität einräumen, können Sie wertvolle Erinnerungen schaffen, die ein Leben lang halten.
















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